Alle Gedanken & Impulse
    Angst 19. September 2026

    Raus aus der Angst: Selbstwirksamkeit, Selbstmitgefühl und neue Wege

    Der Artikel beleuchtet, wie Angst unser Handeln beeinflusst und mit Selbstwirksamkeit sowie Selbstmitgefühl begegnet werden kann. Es wird gezeigt, dass der erste Schritt oft das Handeln ist.

    Steinstapel – Balance-Motiv für den Artikel | Diana Neumaier
    Verfasst von Diana NeumaierHeilpraktikerin für Psychotherapie (HPG)19. September 2026ca. 4 Min. Lesezeit

    Raus aus der Angst – und hinein ins Leben

    Selbstwirksamkeit, Selbstmitgefühl und der Mut, ins Handeln zu kommen

    „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“ – Erich Kästner

    Eigentlich ist dieser Satz eine ziemlich freundliche Aufforderung, endlich einmal vom Denken ins Tun zu kommen.

    Denn gerade wenn wir Angst haben, passiert häufig genau das Gegenteil: Wir denken immer mehr, überlegen alle möglichen Szenarien und versuchen, möglichst jede falsche Entscheidung zu vermeiden. Unser Gedankenkarussell dreht sich immer schneller – leider ohne irgendwo anzukommen.

    Angst kann uns klein machen

    Angst gehört zum Leben. Sie möchte uns schützen und auf mögliche Gefahren aufmerksam machen. Schwierig wird es, wenn sie dauerhaft unser Denken und Handeln bestimmt.

    Dann fühlen wir uns schnell hilflos oder ohnmächtig. Wir fragen uns:

    Was wird passieren? Was soll ich tun? Was ist richtig? Was ist falsch? Was, wenn ich einen Fehler mache?

    Unser Kopf möchte Sicherheit. Am liebsten natürlich mit Bedienungsanleitung, Garantie und Rückgaberecht.

    Das Leben hat diese Ausstattung allerdings nicht serienmäßig.

    Was wir stattdessen entwickeln können, ist Selbstwirksamkeit: das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, mit Herausforderungen umgehen und etwas bewirken zu können.

    Nicht alles liegt in unserer Hand. Aber sehr viel mehr, als wir manchmal glauben.

    Wir wissen oft schon viel – aber setzen es nicht um

    Viele von uns haben im Laufe der Jahre zahlreiche Werkzeuge gesammelt: Bücher gelesen, Seminare besucht, Podcasts gehört, Meditationen ausprobiert, Affirmationen gesprochen und sich intensiv mit der eigenen Persönlichkeit beschäftigt.

    Manche könnten vermutlich spontan einen kleinen Vortrag über Achtsamkeit halten.

    Nur bei der Umsetzung wird es manchmal erstaunlich kompliziert.

    Das ist menschlich.

    Denn Wissen allein verändert noch nicht unser Leben. Erst wenn wir eine Erkenntnis in unseren Alltag bringen, kann daraus echte Veränderung entstehen.

    Vielleicht ist deshalb gerade JETZT ein guter Zeitpunkt, die eigenen Werkzeuge wieder hervorzuholen.

    Was kann ich tatsächlich verändern?

    Wenn uns die Nachrichten, gesellschaftlichen Entwicklungen oder persönlichen Sorgen überfordern, hilft manchmal eine einfache Frage:

    Was liegt gerade wirklich in meiner Hand?

    Vielleicht kann ich die Situation nicht verändern.

    Aber ich kann entscheiden, wie ich mit ihr umgehe.

    Ich kann meine Grenzen wahrnehmen. Ich kann Nein sagen. Ich kann mir Unterstützung holen. Ich kann bewusster mit meinen Gedanken umgehen. Ich kann einen Spaziergang machen, statt zum zehnten Mal die Nachrichten zu lesen. Ich kann mit einem Menschen sprechen, der mir guttut.

    Das klingt nach kleinen Dingen.

    Doch genau daraus entsteht häufig Veränderung.

    Selbstmitgefühl statt Selbstkritik

    Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist Selbstmitgefühl.

    Viele Menschen gehen mit sich selbst wesentlich härter um als mit jedem anderen Menschen. Wenn eine Freundin Angst hat, würden wir sie vermutlich trösten und ihr Mut machen. Wenn wir selbst Angst haben, lautet die innere Stimme dagegen gerne: Reiß dich zusammen! Andere schaffen das doch auch!

    Warum eigentlich?

    Selbstmitgefühl bedeutet nicht, sich alles schönzureden oder keine Verantwortung zu übernehmen. Es bedeutet, sich selbst mit Verständnis und Freundlichkeit zu begegnen – gerade dann, wenn es schwierig ist.

    Auch ein achtsamer Mensch darf einmal wütend sein.

    Auch ein spiritueller Mensch darf schlechte Laune haben.

    Und manchmal ist ein innerliches „Heute bitte niemand anfassen“ durchaus eine legitime Form von Selbstfürsorge.

    Gelebte Spiritualität beginnt im Alltag

    Für mich bedeutet Spiritualität deshalb nicht, den Kopf ständig in den Wolken zu haben und darauf zu warten, dass das Universum die Einkaufsliste erledigt.

    Gelebte Spiritualität bedeutet, mitten im Leben zu stehen.

    Auf sich selbst zu achten. Dankbarkeit zu entwickeln. Mitgefühl zu praktizieren. Die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.

    Und vielleicht auch immer wieder die Frage zu stellen:

    Was braucht das Leben gerade von mir?

    Nicht: Was muss das Leben endlich für mich verändern?

    Sondern: Was kann ich heute beitragen?

    Du musst nicht die ganze Welt verändern

    Vielleicht kennst du den Gedanken:

    Was kann ich als einzelner Mensch schon bewirken?

    Eine ganze Menge.

    Du musst nicht die Welt retten. Du musst nicht alle Probleme lösen. Du musst nicht jeden Menschen überzeugen.

    Beginne bei dir.

    Ein freundliches Wort, ein offenes Ohr, ein bisschen Mitgefühl oder ein ehrliches Lächeln können bereits einen Unterschied machen.

    Und auch dein eigener Umgang mit dir verändert etwas: weniger Selbstkritik, mehr Verständnis. Weniger „Ich muss funktionieren“, mehr „Was brauche ich gerade?“

    Der erste Schritt darf klein sein

    In meiner Arbeit als Heilpraktikerin für Psychotherapie erlebe ich immer wieder, dass Veränderung nicht unbedingt mit einem großen Schritt beginnt.

    Manchmal beginnt sie mit einem einzigen Gedanken:

    „Vielleicht kann ich etwas verändern.“

    Daraus kann ein Gespräch entstehen. Eine neue Entscheidung. Eine Grenze. Ein Spaziergang. Eine Pause. Ein Nein. Ein Ja.

    Und manchmal einfach der Mut, sich Unterstützung zu holen, wenn man alleine nicht mehr weiterkommt.

    Du musst nicht schon wissen, wie der gesamte Weg aussieht.

    Der nächste Schritt reicht.

    Deshalb: Warte nicht darauf, dass irgendwann die perfekte Zeit kommt.

    Vielleicht ist JETZT genau die richtige Zeit.

    Hole deine Werkzeuge aus dem mentalen Werkzeugkasten. Atme. Reflektiere. Meditiere. Geh hinaus in die Natur. Sprich über das, was dich bewegt. Sei freundlich mit dir selbst. Setze Grenzen. Erlaube dir Unterstützung.

    Und vor allem:

    Tu etwas von dem, was du längst weißt.

    Denn Erkenntnis möchte gelebt werden.

    Du musst nicht die ganze Welt erhellen.

    Aber du kannst dafür sorgen, dass dein eigenes Licht nicht ausgeht.

    Und manchmal reicht genau das schon, damit es auch für einen anderen Menschen ein kleines bisschen heller wird.


    Wenn Angst und Ohnmacht zu viel werden

    Wenn Angst, Grübeln oder das Gefühl der Ohnmacht dauerhaft den Alltag bestimmen, kann es hilfreich sein, nicht alles alleine tragen zu müssen. In einem geschützten Rahmen kann es möglich werden, die eigenen Gedanken und Gefühle besser zu verstehen, neue Perspektiven zu entwickeln und wieder mehr Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit zu gewinnen.

    Manchmal beginnt Veränderung genau dort, wo wir aufhören, auf den perfekten Zeitpunkt zu warten.

    Über die Autorin

    Diana Neumaier

    Heilpraktikerin für Psychotherapie (HPG) & Bewusstseinsmentorin in Landshut. Diana Neumaier begleitet Menschen in Lebenskrisen, bei Burnout, Angst und Depression mit einem ganzheitlichen, bewussten Ansatz.

    Diana Neumaier – Heilpraktikerin für Psychotherapie in Landshut

    Diana Neumaier

    Heilpraktikerin für Psychotherapie & Bewusstseinsmentorin in Landshut

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